Person

Name: Jarek Maldun, Graf von Karthas
Gattung: Mensch
Alter: 35
Geschlecht: männlich
Beruf: -
Herkunft: -



Aussehen

Größe: 180
Augen: braun
Kleidung: schwere Stiefel, dunkle Hose, einfaches Hemd, darüber oft eine leichte alte Lederjacke (im Sommer eine alte Weste), Waffengürtel auch wenn er das Schwert nicht trägt, so doch stets einen scharfen Dolch
Gehobene Kleidung: siehe Bild
Erscheinung / Gestalt / Besonderheiten: -






Wesen

Charakter: Jarek ist eher der ruhige wortkarge Typ. Es fällt ihm nicht schwer zu lächeln, doch er braucht eine Weile, bevor er Zutrauen zu anderen fasst.
Wenn er jedoch einmal beschlossen hat, etwas zu sagen, dann zeigt er sich als nachdenklicher verständnisvoller Mann, der wohl schon oft mit seinem Leben gehadert hat.
Er hat ein starkes Gefühl für Ehre und kann so stolz sein, dass es wehtut.
Hin und wieder neigt er dazu, sturköpfig zu sein, doch wenn man sich die Zeit nimmt und mit ihm das Für und Wider diskutiert, zeigt er Einsicht.
Loyal bis in den Tod zu seinen Freunden und Vertrauten, ist er mehr der Mann des einfachen Volkes.
Gerne sitzt er in einem Wirtshaus und tauscht mit den Menschen dort Gedanken aus, während eines gemütlichen Bieres.
Zu Frauen ist er stets höflich und respektvoll, auch wenn er vor allem gegenüber den hübscheren und koketten etwas Abstand hält.
Stärken: Er kann durchschnittlich gut schreiben, lesen und rechnen, kennt sich halbwegs mit der Verwaltung aus, kann reiten und sich mit den fäusten durchschlagen. Weiß wie rum man ein Messer anfasst und hat etwas Ahnung vom Ackerbau.
Schwächen: kann kaum tanzen, nicht gut mit dem Schwert kämpfen und kennt sich auch mit Tieren nicht sehr gut aus.
magische Fähigkeiten: keine
Glauben: -
Familie: Tochter Elisabeth Johanna Marlen Maldun



Besitz

Besitz: Ein Grundstück an der Küste bei Drachenstein.
Waffen: Dolch, Schwert
Tiere: ein paar Pferde



Geschichte

Geboren als 3ter Sohn des Grafen zu Karthas, war er das jüngste von sieben Kindern.
Obwohl er in den ersten drei Lebensjahren die Absicht zu hegen schien, an so fast allem zu erkranken, was es gab, zeigte er früh seinen Sturkopf gegenüber dem Leben und kam stets durch.  Lediglich manchmal bei schlechtem Wetter und bei Müdigkeit schmerzt heute noch sein linkes Bein, Erbe eines schweren Falles der Kinderlähmung im 4ten Lebensjahr.  Während seine Geschwister, sowie die Kinder seiner Onkel und Tanten, starben, blieben nur er, seine älteste Schwester und der zweitjüngste Bruder als Einzige am Leben. Seine 10 Jahre ältere Schwester zeigte jedoch früh schon geistige Verwirrtheit (Epilepsie), und als Jarek 7 Jahre alt war, sprang sie, die er abgöttisch liebte, in den Tod, um einer Zwangsehe zu entgehen.
Als 4 Tage später sein Bruder und Erbe bei einer Jagd vom Pferd stürzte und starb, endeten seine unbeschwerten Jahre unter der Obhut seiner Mutter endgültig.
 
Als einziger direkter Erbe schien sein Vater aus dem aufgeweckten, wenn auch weibisch sanften Jungen, wie er es nannte, einen echten Kerl machen zu wollen.
Anfangs suchte er bei seiner Mutter Trost vor den oftmals brutalen Unterrichtsmethoden seines Vaters, doch diese starb zwei Jahre später bei einem tragischen Unfall.
Offiziell wurde es als unglücklicher Sturz die Treppen hinab bezeichnet, doch nicht wenige im Gesinde munkelten, dass der alte Graf in einem seiner altbekannten Wutanfälle seine Frau die Treppe hinab gestoßen hätte.
 
Der alte Graf schien durch den Tod seiner Frau noch fanatischer die Entwicklung Jareks zu einem "ganzen Kerl" betreiben zu wollen.
Jarek verlor seinen Übermut und seine offene Art in wenigen Wochen. Bis heute hat er den Tod der geliebten Schwester und Mutter nicht überwunden.
Ohne die sanfte Art der verstorbenen Gräfin gingen auch viele vom Gesinde. Der als grausam und kaltherzig geschimpfte Graf machte seinen restlichen Pächtern und Bediensteten das Leben schwer.
 
Während sein Leben bis zu seinem 16. Geburtstag tagtäglich mit hartem Unterricht gefüllt war, stellte Gewin, sein Diener, oft seinen einzigen Halt dar.
Nicht selten endeten seltene gemeinsame Ausflüge mit einer Prügelstrafe für Jarek. Der alte Graf schrie ihn stets an, wenn er ihn bei Freundlichkeiten erwischte. Ein Maldun war niemals freundschaftlich mit Untergebenen verbunden, hieß es.
 
Nachdem Jareks Vater beschlossen hatte, dass der Junge alt genug war, schickte er ihn in eine Zwangshochzeit mit einer entfernten Cousine aus der Familie seiner Mutter. Der alte Graf war erst zufrieden, als Jareks kaum 14 Jahre alte Frau nach 4 Monaten endlich schwanger war.
Doch die Geburt war ein Desaster. Die kindliche Mutter verlor zuviel Blut und musste für ein halbes Jahr ruhen. Die Hebamme prophezeite ihren Tod, sollte sie jemals wieder gebären.  Doch der alte Graf tobte. Ein Mädchen war das Letzte gewesen, was er sich gewünscht hatte. Und er ließ seine Wut Jarek spüren. Ohne das Eingreifen der Hebamme hätte der Graf sogar fast das Kind gegen die Mauern geschleudert.  Bis heute ist nicht geklärt, wieso Jareks Frau nach einen dreiviertel Jahr ein zweites Mal schwanger wurde. Es war altbekannt, dass Jarek seit der Geburt das Bett mit seiner Frau nicht mehr teilte und dass der alte Graf mehr auf eine erneute Schwangerschaft drängte als alles andere.  Schnell wurden Gerüchte laut, das der Vater selber die arme Frau geschwängert hatte. Als dem Grafen das zu Ohren kam, sollen seine einzigen Worte gewesen sein, dass der Vater ein Maldun war, alles andere zähle nicht.
 
Jarek selber schwieg beharrlich zu den Gerüchten und schien das erste Mal, seit er verheiratet war, seiner Frau nahe zu stehen. Er kümmerte sich aufrichtig besorgt um das schwache Mädchen und es hieß, dass er sie wohl aufrichtig geliebt hatte zum Schluss.  Doch wie von der Hebamme prophezeit, überstand das arme Kind die Geburt nicht und starb noch währenddessen am Blutverlust. Der Säugling, ein weiteres Mädchen, kam nur noch tot zur Welt.  Es war das erste Mal seit Jareks ersten Worten, dass er sich gegen seinen Vater stellte.  Der Streit der beiden war durch alle Räume zu hören und die Dienerschaft bangte um ihren jungen Herren, als der Vater nach den Waffen griff.  Trotz seiner Erziehung war er in seinem innersten Wesen immer noch der sanfte Junge geblieben, zu dem ihn seine Mutter erzogen hatte. Wäre er das nicht gewesen, so hätte der alte Graf längst seine Ländereien und das Anwesen alleine bewirtschaften können.
 
Gewin war der einzige, der es wagte, in das Zimmer zu platzen, in dem die beiden stritten.  Kurze Zeit darauf verließen die beiden den Raum, Jarek schwer verletzt und Gewin leichenblass. Zurück blieb ein toter alter Mann.  Bis heute schweigen sich die beiden über den Tod aus und bei Befragungen der Obrigkeit gegenüber stellte sich Jarek als Ausführender hin, der das Leben seines Dieners hatte retten wollen.  Doch dem Gesindel war schnell klar das ein gerade mal mittelmäßiger Schwertkämpfer wie Jarek niemals dem alten Grafen hätte standhalten können und dass Gewin seinem Herren und Freund zu Hilfe geeilt sein musste.
 
Das Leben ging weiter und Jarek weigerte sich, wieder neues Gesindel aufzunehmen. Er lockerte die Pachtverträge und begann das Leben unter anderen Adligen zu meiden.  Fast gänzlich schottete er sich ab und lediglich Gewin konnte ihn hin und wieder zu einem Besuch bei seinen Verwandten überreden.
Ein Jahr, nach dem er die Grafschaft übernommen hatte, übergab er seine Tochter Joana der Familie seiner Mutter. Als Erklärung gab er an, dass er als Mann nie in der Lage sein würde, ihr, die eine auffällige Ähnlichkeit zu seiner Frau hatte, eine passende Erziehung zu geben. Doch jedem war klar, dass er weg wollte von den Erinnerungen an sein altes Leben.
 
Bald war Jarek als Gast in jedem Haus bekommen. Er gab sich Mühe zu verstehen, wie seine Pächter lebten und was in seinem Besitz vorging.
Nahezu begierig lernte er, den Haushalt alleine zu führen, nachdem die alte Haushälterin gestorben war und er sich weiterhin weigerte, neue Leute einzustellen.
Viele bezeichneten ihn als sonderlich, als er das große Anwesen verließ und in ein einfaches Haus in der Nähe zog, um dort mit Gewin und 3 weiteren Männern zu leben.  Die Tatsache, dass er nie eine der käuflichen Frauen aufsuchte, ließ die seltsamsten Gerüchte um seine Potenz und Neigungen aufkommen.
Doch die meisten liebten ihren Grafen nahezu abgöttisch.  Er mochte es, öfters mit einem seiner Mitbewohner in den Schenken seiner Dörfer zu sitzen und über die Ernteerträge des Jahres zu diskutieren.  So gingen die Jahre ins Land und die Gerüchte und Verwunderung über sein Verhalten nahmen ab.
Irgendwann schien es einfach normal, dass der Graf genau wie seine Pächter die Felder pflügte, die Ernte einbrachte und mit ihnen abends feierte.
 
Nach den ersten 5 Jahren hatte ihn Gewin soweit, dass er wieder begann, sich unter seinesgleichen zu bewegen. Einmal jährlich reiste er zu der Familie seiner Mutter, um seine Tochter zu besuchen.  Natürlich ließen seine hauptsächlich weiblichen Verwandten jedes Mal ein Fest zu seinen Ehren arrangieren, nur um ihm dort ständig die neusten Heiratskandidatinnen zu präsentieren, doch Jarek zeigte nie wirkliches Interesse.  Gewin vertraute er an, dass er nie eine der Frauen für würdig hielt, den Platz seiner toten Mutter, Schwester oder Ehefrau in seinem Herzen einzunehmen. Und er fühlte sich stets unwohl in der Gesellschaft der weiblichen Adligen.
Viele der koketten jungen Mädchen schienen keine Einwände gegen eine Ehe mit ihm zu haben, doch sie klagten über den mangelnden Luxus, den er zu bieten hätte, dass selbst sein gutes Äußeres und seine höfliche Art dies nicht wettmachen könnten. Die Aussicht darauf, nicht anders als die Untergebenen zu leben, war für sie unvorstellbar.
 
Zwar konnte die Familie seiner Mutter ihn nicht zu einer Hochzeit überreden, doch die jährlichen Feiern gaben ihm Gelegenheit, seine verschlossene Art etwas zu lockern. Er fand andere Adlige, die er fast schon als Freunde bezeichnete, unter anderem eine ältere Dame, die viele seiner Ansichten teilte.
Er wurde ein gern gesehener Gast in manchen Häusern und so reiste er alle 3 Monate einen Freund besuchen.
 
 
Als die Umwälzungen und der Streit mit der Kirche sich abzuzeichnen begangen, bezog er Partei gegen die radikalen Ansichten der Kleriker.
Loyal zu seinen Verbündeten, investierte er viel Zeit und Geld in ihren Widerstand.  Doch als die Niederlage sich abzeichnete und viele der Verbündeten flüchteten oder die Sache fallen ließen, ließ ihn seine manchmal verquer scheinende Ansicht von Ehre weiter machen.
 
Selbst Gewin war machtlos gegen den Sturkopf des Grafen.  Das Einzige, was ihm blieb, war, so sehr er es auch bedauerte, halb hinter dessen Rücken ein Stück Land zu erwerben, um Besitz und Geld in Sicherheit bringen zu können.  Schließlich, als die Verhaftung des Grafen nur noch eine Frage von Stunden schien, packten die Männer des Haushaltes ihre wenigen Sachen, griffen sich den widerstrebenden Grafen und flohen.